Content, der in Social Media wirklich ankommt

Was ist ein geeigneter Content für Social Media? Bei Facebook & Co beschleicht so manche UnternehmerInnen gelegentlich das Gefühl, was soll ich jetzt posten und was nicht?  Dieses Gefühl kennt jeder. Um der Unsicherheit entgegen zu wirken, habe ich die Texterin und Unternehmenskommunikatorin Michaela Binder von com_studio interviewt und sie hat uns ihre Expertentipps verraten. Das sind eine Menge! Aber alles der Reihe nach…

1. Der Content-Kanal

Wähle deinen Social-Media- „Hauptkanal“. Ein Posting unverändert durch alle Kanäle laufen zu lassen bringt nichts. Die Twitteria ist an anderen Sachen interessiert als die Facebook-oder Instagram-Community. Instagram ist zum Beispiel optimal für Leute, die gerne Bilder posten, und mit wenig Text auskommen. Twitter ist wortlastig, hier steht das perfekte Einkürzen und den Trend erkennen im Vordergrund. Es ist ein sehr schnelles Medium. Facebook ist mittlerweile Mainstream und wird quer durch alle Altersgruppen, von Privatleuten und Unternehmen genutzt. Das macht es so beliebt, aber auch so gefährlich. Auf Facebook werden schnell zuviele Unternehmens-Inhalte gepostet, Facebook ist aber nicht Xing oder LinkedIn. Bloggen wiederum bedeutet, dass ich längere Inhalte unterbringen kann und eine sehr gute Reichweite erzielen kann. Die Website ist ein eigenes Thema. Hier sollten regelmäßige Updates Interessse wecken.

Die Inhalte sollten dem Kanal angepasst sein! In diesem Artikel beschäftigen wir uns primär mit facebook, da es ein einfach zu handhabender Kanal mit einer sehr großen Reichweite ist.

Eines verrät Michaela uns gleich zu Beginn: wer so überhaupt kein Social-Media-Typ ist, eine Abneigung verspürt  und  generell nicht will, kann es ganz lassen. So jemand ist mit einem vierteljährlichen Printprodukt oder gelegentlichen Newslettern besser bedient.

2. Der Content-Plan & die Inhalte

Wie erstelle ich nun die Postings für Facebook und wie viele? Hier ist ein semiprofessioneller Zugang nützlich. „Redaktionsplan“ ist ein Wort das die Leute erschreckt und zum Teil auch abschreckt, aber einen Plan kann jeder machen! Jeder sollte sich Gedanken machen: was möchte ich im nächsten Monat kommunizieren? Gibt es Events? Finde ich ein Thema aus meinem Alltag? Gewähre ich Einblicke in meine Arbeitswelt, in mein Büro, zu meinen Kollegen oder in meine Arbeit? Jeder hat Themen und jeder kann darüber berichten! Das ist das Um und Auf bei Social Media. Es soll authentisch sein und Einblicke hinter die Kulissen gewähren. Man kann auch etwas Mundart schreiben, das Foto muss nicht vom Profi gemacht werden, sondern kann selbst geschossen werden.

Also setz dich hin und entwickle deinen Content Plan:

  • Brainstorming (nicht jede Idee muss dann auch umgesetzt werden)
  • mit Kollegen, Freunden oder sogar (potentiellen) Kunden reden (was wollen sie über dich und dein Unternehmen wissen?)
  • Themen suchen (wie kann man diese Ideen in Themen kategorisieren und in sinnvolle Inhalte umwandeln)
  • Ergebnis: ein groben Content-Plan für das nächste Monat!

Wir verwenden dazu eine Excel-Vorlage. Ein handgeschriebener Zettel tut es aber auch.

Wer seine Liebe zu Excel-Tabellen noch nicht entdeckt hat :)
Wer seine Liebe zu Excel-Tabellen noch nicht entdeckt hat 🙂

Alles was der Kunde draußen nicht wissen kann, ist grundsätzlich interessant. Tagesaktuelles ist klar. Aber auch Kunden, Stammkunden, Mitarbeiter, Büroräume, Neuerungen, Events und Produkte von Kunden können vorgestellt werden. Genauso interessant sind aber auch Inhalte aus der Kategorie „Allgemeines“. Was einem selber selbstverständlich und uninteressant erscheint ist für den Außenstehenden meist sehr interessant. Wichtig ist ein Mix aus lockeren Themen mit privaten Touch und nicht einfach nur Verkaufsevents zu promoten. Dazu ist Facebook von der Idee und der allgemeinen Nutzung her nicht geeignet. Versetz dich in die Lage deiner Fans – du willst ja selber auch nicht ausschließlich Werbung sehen.

3. Die No-Gos im Content Marketing

Es gibt auch gefährliche Themen, die man besser vermeiden sollte! Politik ist zum Beispiel ein solches Thema, dass definitiv auf einer Unternehmensseite, außer in speziellen Ausnahmefällen, nichts zu suchen hat. Man sollte sich mit Kommentaren und Wortmeldungen für solche Themen auf einer professionellen Seite – die auch als Unternehmensseite dient –  lieber zurückhalten und den Content neutral halten.

Ebenso wichtig ist das notwendige Feingefühl. Man darf durchaus mal mit einem Augenzwinkern ein bisschen spielerisch und provokant sein. Man sollte jedoch nicht einfach posten: „ich bin im Urlaub und ihr nicht, *hehe*“ – das sollte mit etwas mehr Gefühl passieren.

4.  So wirkt der Content professionell!

Nicht jeder ist der geborene Texter: da ist das weiße Feld, ich hab einen Plan, ein Handyfoto, ein kurzes Video und jetzt ran an die Tasten. Gibt es da Tricks? Ja gibt es!

  • Man kann sich zum Beispiel mit Kollegen oder Freunden zusammensetzen, eine Art Interview-Situation herstellen, Fragen stellen und Antworten notieren. Daraus lässt sich dann meist sehr guter Content ableiten.
  • Vor dem Abschicken unbedingt nochmal drüber lesen und  Tippfehler korrigieren. „Dieses Posting wurde bearbeitet“ macht sich nicht so gut und sollte nur im Notfall erscheinen.
  • Das Posting soll von der Länge her eher kurz gehalten sein. Nicht jeder klickt auf „Weiterlesen“.  Also das Wichtigste soll sofort sichtbar sein.
  • Die Unterstützung von Content mittels Bild oder Video ist wichtig. Reine Textpostings auf Facebook sind schon gelegentlich möglich, sollten aber nicht die Regel sein.
  • Das Bild ist in gewisserweise wichtiger als der Text, in Zeiten,  wo die Kunden am Smartphone ihre Timeline durchscrollen – z. B. während einer Wartezeit – bleibt der Kunde eher am Bild hängen.
  • Ein Posting unterscheidet sich wesentlich von anderen Arten des Schreibens, wie Journalismus, Bloggen, etc. Das sollte klar sein, trotzdem versuchen immer wieder Poster mit ellenlangen Texten auf Facebook durchzukommen. Das ist vergebene Liebesmüh.

Ein Posting folgt dem Gesetz der Kürze, Schlagwort, Keywort,  das Wichtigste muss ganz nach vorne.

5. Was ist die optimale Frequenz?

Klar passieren jeden Tag unglaubliche spannende Dinge, aber das heißt nicht, dass man täglich spontan alles posten soll/muss. Bei mehreren hundert oder tausend Freunden können Dauerposter und ewig gleicher Content ein bisschen nervig werden. Michaela Binder rät generell dazu nicht täglich auf Facebook zu posten. 3 bis 4 mal pro Woche ist eine gute, professionelle Frequenz,  natürlich gibt es keine starre Regel.  Das Minimum ist ein Posting alle 2 Wochen.  Wenn Monate seit dem letzten Posting vergangen sind, wirkt das nicht professionell. Im schlimmsten Fall, kann so auch der Eindruck entstehen, dass es das Unternehmen nicht mehr gibt.

Fazit: nicht einfach drauf los posten, sondern planen, Themen mit Bedacht auswählen, Opitmale Frequenz einhalten, NoGo´s meiden und authentisch sein. Jeder kann schreiben!

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PatriziaF

Gründer und Inhaber bei webdots GmbH
Patrizia Faschang ist Gründer und leidenschaftliches Online Marketier bei webdots.at. webdots hat ihren Sitz in Altheim (zwischen Oberösterreich und Salzburg) und ist ein fairer Partner für alle Themen im Bereich Online Marketing & Websolutions. Hauptzielgruppe sind Gründer, EPU, KMU und Vereine.

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    Tags: facebook, media, social, man

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