SEO Fragen Teil 1: ich werde auf Google nicht gefunden [Serie]

Mittlerweile sind es mehr als 10 Jahre Selbstständigkeit und Erfahrung im Bereich SEO (Suchmaschinenoptimierung), die ich ins Rennen werfe, wenn potentielle und auch bestehende Kunden mit Fragen rund um das mittlerweile sehr komplexe Thema SEO zu mir kommen.

Da vielfach immer wieder ähnliche Fragen auftauchen, war es naheliegend daraus einen Blogbeitrag – nein noch besser eine Serie zu machen. Deshalb gibt es jetzt alle paar Wochen eine Frage zum Thema Suchmaschinenoptimierung. Heute beginnen wir mit:

Ich habe eine (neue) Website und werde aber auf Google nicht gefunden. Warum?

Eine sehr häufige Frage, da mittlerweile sehr viele Unternehmen erkannt haben, welches Potential hinter einem guten Ranking bei Google stecken kann. Die Antwort ist im ersten Moment etwas unzufriedenstellend: das kann viele Ursachen haben.

Typische bzw. häufige Probleme können sein:

  1. Deine Website ist gar nicht im Index

    In allen Fällen solltest du die Thematik mit deinem Webentwickler besprechen. Er sollte dir bei diesem Problem helfen können.

    • Deine Website wurde während der Entwicklung von der Indexierung bei Google ausgeschlossen (noindex). Dies ist vor allem bei WordPress Websites Gang und Gebe. Unter Einstellungen – Lesen gibt es hier eine Checkbox namens „Sichtbarkeit für Suchmaschinen“. Wenn diese gesetzt ist, dann kann dies ein Grund sein warum deine Seite nicht indexiert wird.
    • Deine Website wird mittels eine robots.txt für Suchmaschinen gesperrt. Das ist eine Textdatei in der dein Webentwickler der/den Suchmaschine/n mitteilen, welche Ordner indexiert werden sollen bzw. welche Ordner tabu sind.
      Wenn du so eine Datei findest und dort auch noch folgende 2 Zeilen stehen:
      User-agent: *
      Disallow: /

      dann ist das der Grund dafür, warum deine Website nicht auf den Google Ergebnisseiten gelistet ist.

    • Deine Website ist mit einer .htaccess und einer .htpasswd vor externem Zugriff geschützt. Das heißt dein Webentwickler hat die Website mit einem Benutzernamen und einem Passwort geschützt und daher kann Google diese Seite nicht scannen – Google kennt ja schließlich diese Zugangsdaten nicht. Die einfache Lösung: diese 2 Dateien müssen entfernt werden 🙂 Mehr dazu findest du auch in unserem Online Marketing Glossar.
  2. Deine Website ist neu und Google hatte noch keine Zeit bei dir vorbeizuschauen.

    • Google bzw. sein Bot hat nur Bruchteile einer Sekunde Zeit um deine Website zu besuchen und die Inhalte und Struktur zu scannen. Da es mehrere hundert Millionen Websites in der großen weiten Welt des Internet gibts, ist die Zeit begrenzt und der Bot hat einfach viel zu tun.
      Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wenn man bei neuen Websites eine Sitemap (eine Art Inhaltsverzeichnis) an Google einliefert diese Indexierung schneller von statten geht.
  3. Deine Website hat aus mehreren Gesichtspunkten Aufhol-Potential in Sachen SEO.

Ein grober Überblick über diese Gesichtspunkte gibt es hier. Keiner dieser Punkte kann für sich bereits zum Erfolg führen und diese Liste ist sicher auch noch weiter ausbaubar. Diese Infografik gibt dir jedoch einen guten Überblick zu einigen Elementen die deine Website sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können.
Mit einem Klick auf diese Infografik bekommst du eine größere Ansicht.

seo-optimierte-webseiteQuelle: SEO-Basics: Complete Beginner’s Guide to Search Engine Optimization

  • technische OnPage Optimierung
    Es gibt aus Programmiersicht einige Dinge die man falsch machen kann. So gibt es zum Beispiel immer noch Websites die mehrere h1-Tags auf einer Website einsetzen oder zum Beispiel auch nicht-sprechende URLs verwenden.  Ein sauberer HTML-Code ist die Basis für Suchmaschinenoptimierung. Das heißt bei diesem Punkt ist dein Programmierer gefragt, um dich mit deiner Website nicht zu behindern. Die Ladezeit ist ebenfalls mittlerweile ein sehr wichtiger Faktor gewonnen, wenn es um Suchmaschinenoptimierung geht.
    Auch wenn das ALLES mittlerweile zum Standard gehören sollte – sehe ich noch immer NEU-entwickelte Websites die nicht einmal die Basics erfüllen. Um hier nicht den Rahmen zu sprengen gibt es bei OnPage einen kurzen Einblick zum Thema Onpage SEO – damit kannst du vielleicht den Entwickler deiner Website kurz konfrontieren und schauen wie er darauf reagiert. Falls du an einer detaillierteren Info interessiert bist, so schreib mir doch einfach eine E-Mail an p.faschang@webdots.at

  • inhaltliche OnPage Optimierung
    Der inhaltliche und strukturelle Aufbau einer Seite ist essentiell für die Suchmaschine, aber noch viel wichtiger für den Besucher.
    Man sollte sich beim inhaltlichen Aufbau an die Schulbildung erinnern und sich in seine Besucher hineinversetzen. Nicht gut ist wenn man mit Zwang versucht so viele Keywords oder Keywordkombinationen wie möglich reinzustopfen. Der Inhalt sollte so aufgebaut und strukturiert sein, dass man mit einem kurzen Scan die groben Eckpfeiler kennt und Lust hat mehr zu erfahren. Wichtig ist auch, dass die Schreibweise so ist, dass es auch jemand versteht der sich nicht mit der Materie auseinandergesetzt hat. Du bist ja der Profi und die Besucher kommen zu dir weil sie auf dem Gebiet deine Unterstützung brauchen. Stelle daher deine Zielgruppe in den Mittelpunkt wenn du Texte schreibst. Formeln und Fachbegriffe wie zum Beispiel die KeywordDenisity oder die WDF*IDF Formel von Karl Kratz haben natürlich ihre Berechtigung – aber im Endeffekt geht es um den Besucher!  Es geht darum, dass der Besucher den Inhalt interessant findet und sich im Endeffekt für dich und deine Leistungen entscheidet. So können Aufzählungspunkte und Absätze gold wert sein 😉 Genauso wichtig wie der eigentliche Inhalt – also Text – sind jedoch auch Bildinformationen. Wie das Sprichwort so schön sagt: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Ein Bild soll als Unterstützung dienen und den inhaltlichen Aufbau etwas auflockern.
  • Usability – Benutzerfreundlichkeit
    Dieser Punkt ähnelt vom Zweck her sehr dem Content-Thema, denn für Google ist es essentiell wie lange die Besucher auf deiner Website bleiben. Daher darf man bei der Entwicklung seiner Website nicht außer Acht lassen, dass die Anordnung der einzelnen Elemente entscheidend die Zeit, die der Besucher auf deiner Website verbringt, beeinflussen kann. So ist die Erwartungshaltung zum Beispiel, dass das Logo links oben positioniert wird und beim Klick darauf zurück zur Startseite führt.  Das Menü wird meist rechts oben positioniert und sollte nie mehr als 6 Hauptmenüpunkte beinhalten. Mehr kann der Besucher auf einmal nicht verarbeiten.
    Hilfreich sind zum Beispiel sogenannte Bread-Crumbs, die dem Besucher zeigen wo in der Hierarchie der Seite er sich gerade befindet. Hier ein Beispiel von Breadcrumbs bei cyberport.at
    Breadcrumbs am Beispiel von Cyberport
    Breadcrumbs am Beispiel von Cyberport

    Zusammengefasst heißt das so viel: lasse dir nicht zu viel Design und pompöses aufschwatzen – das kann schnell in die entgegensetzte Richtung laufen. Vertraue auf dein Bauchgefühl und rufe dir Seiten in Erinnerung auf denen du dich auch wohl gefühlt und schnell zurecht gefunden hast.

  • Social Signals
    Auch wenn dies an sich keinen Rankingfaktor darstellt, so ist es aus meiner Sicht jedoch essentiell, dass Inhalte der eigenen Website einfach und gut in den gängigen sozialen Kanälen teilbar sind. So ist meiner Meinung nach die Befüllung der og:Informationen ein MUSS-Feature jeder Website. Nur so können wir 1. die digitale Mundpropaganda nutzen, 2. gewährleisten dass die gewünschten Bild-, Beschreibungs- und Überschrifts-Informationen geteilt werden und damit das Erscheinungsbild stimmig ist, sowie 3. weitere Besucher auf die Website bringen. Ein stimmiges Bild ist wichtig, da so die Chancen auf einen Klick erhöht werden können. Ergeben zum Beispiel Linkbild (Bild, Überschrift, Beschreibung)  und Linkziel (letztendlich die hinter dem Link stehenden Webseite) ein stimmiges Bild, so ist die Ewartungshaltung erfüllt und der Besucher verweilt länger auf deiner Webseite. Und hier sind wir wieder bei den Faktoren Verweildauer und Absprungrate, welche essentielle Rankingfaktoren darstellen.
  • Analyse / Tracking
    Auch wenn sich das jetzt etwas komisch anhört, ist es aus meiner Sicht sehr wichtig zu wissen wo man steht. Denn nur mit einer durchgehenden und intakten Aufzeichnung der Besucherströme ist es möglich zu wissen was gut ankommt und was nicht. Nur so kann man herausfinden welche Inhalte weiter produziert werden sollen und welche nicht. Diese Tracking-Daten können auch Aufschluss über Usability-Elemente oder über mehrseitige Elemente geben. Wir setzen hier immer auf Google Analytics – da wir damit ggf. auch gleich die Basis für Google Ads Werbung haben. Außerdem ist die Einbindung einfach und die Handhabung für Otto-Normalverbraucher machbar. Bitte jedoch die Datenschutzbestimmungen nicht vergessen.
  • Off-Page Optimierung
    Last but not least einer der heikelsten Punkte bei der Suchmaschinenoptimierung. Off-Page Optimierung soll den Part der Optimierung außerhalb der eigenen Website darstellen: eingehende Links – sogenannte Verweise oder auch Backlinks genannt. Warum heikel? Weil vor einiger Zeit Google zahlreiche Websites abgestraft hat, die einen unnatürlichen (z.B. zu schnellen) Linkaufbau haben. Das heißt es ist für Google wichtig in welchem Umfeld die Backlinks stehen, mit welchen Wörter der Backlink verknüpft ist, wie gut die link-gebende Website optimiert ist und vieles mehr. Dieses Thema ist sehr komplex und viele meiden dieses Gebiet zur Gänze. Unsere Empfehlung: bedenke bei Partnerschaften mit anderen Unternehmen, dass du einen guten Backlink gebrauchen kannst und setze Social Sharing ein. Auch hilfreiche Tipps auf deiner Website können dazu führen, dass du als Anlaufstelle von anderen in fachspezifischen Foren genannt wirst.

1500 Wörter später ist uns allen klar – alles nicht so einfach. Aber mit einem guten Partner kannst auch du im Web stark sein und dich in der Suchmaschine nach vorne bringen.

Das nächste Serien-Thema wird sein: Sind Meta Tags (Title, Description, Keywords) noch wichtig heute?

Falls du andere und/oder weitere Fragen hast, dann schreib mir doch bitte eine E-Mail an p.faschang@webdots.at

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PatriziaF

Gründer und Inhaber bei webdots GmbH
Patrizia Faschang ist Gründer und leidenschaftliches Online Marketier bei webdots.at. webdots hat ihren Sitz in Altheim (zwischen Oberösterreich und Salzburg) und ist ein fairer Partner für alle Themen im Bereich Online Marketing & Websolutions. Hauptzielgruppe sind Gründer, EPU, KMU und Vereine.

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    Tags: mehr, seo, man, google, um, besucher, suchmaschinenoptimierung, beispiel, so, wichtig

3 Gedanken zu „SEO Fragen Teil 1: ich werde auf Google nicht gefunden [Serie]“

  1. Hallo Patrizia,

    eine tolle Serie!
    Ich konnte die Erfahrung machen, dass viele Anfänger im SEO Bereich zu Beginn immer zu viel wollen und so die Grundlagen, die das Fundament für gute Rankings sind, komplett außen vor lassen.

    Zur Indexierung: Nicht nur eine Sitemap ist wichtig, es hilft auch, wenn man in der Search Console unter „Abruf wie durch Google“ die Seite einmal an den Index sendet. Dann ist die Seite meist innerhalb weniger Minuten bei Google zu finden 🙂

    Beste Grüße,
    Brian

    P.S. Ich habe gerade eine Checkliste zur OnPage Optimierung inkl. Infografik veröffentlicht 🙂 Vielleicht möchtest du oder deine Leser ja mal rein sehen: https://online-marketing-site.de/onpage-optimierung/

  2. Hey!

    Guter Eintrag! Ich denke damit ist jedem, der sich diese Fragen stellt, und neu in diesem Bereich ist geholfen. Außerdem war deine eingebaute Grafik sehr hilfreich und hat den Text noch etwas bunter gemacht.

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